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Name:Neumann, Felix (1889 - ?)
Biografie:Geboren am 23. Dezember 1889 in Berlin, Sohn eines Zugführers, sein Großvater war Geheimer Kanzleirat. Er lernte Schriftsetzer und blieb in diesem Beruf. Bis August 1923 war er u.a. bei der Druckerei August Scherl und zuletzt in der Reichsdruckerei tätig, von 1915 bis 1918 bei den Eisenbahnpionieren. 1910 Mitglied der SPD, während des Krieges der USPD, 1919 der KPD. Bei der Spaltung 1920 ging er zur KAPD, 1921 zur VKPD, wo er kleinere Funktionen in Frankfurt/M. und Berlin übernahm. Ab Mitte September 1923 wurde Neumann besoldeter Org.-Sekretär bei der Zentrale der KPD in Berlin. Bis Anfang November 1923 Sekretär des sogenannten „Revkom“ (Revolutionskomitee), verteilte er Geld an die Oberbezirke für die Aufstandsvorbereitungen. Nach späteren Aussagen hat er unmittelbar von Heinrich Brandler den Auftrag erhalten, militärische Formationen und deren Bewaffnung zu organisieren und ein Revolutionskomitee zu bilden, rätselhaft bleibt, warum der unerfahrene Neumann damit betraut wurde. Nach dem Scheitern des Aufstands wurde Neumann Sekretär der militärischen Abteilung mit dem Leiter „Helmut“ (d.i. „Skoblewskij“) und sollte Mitte November 1923 eine „T-Gruppe“ leiten (das T stand für „Terror“, die Presse machte daraus später „Tscheka“). Am 7. Januar 1924 schoß Neumann in Berlin zweimal auf den als Spitzel verdächtigten Johann Rausch, der später seinen Verletzungen erlag; ein geplantes Attentat auf den Reichswehrchef Hans von Seeckt wurde nicht durchgeführt. Am 28. Februar 1924 wurde eine von Neumann geführte Gruppe wegen Überschreitung der Polizeistunde in einer Stuttgarter Gaststätte festgehalten und nach einem Fluchtversuch verhaftet. In der Untersuchungshaft verweigerte Neumann zunächst jede Auskunft über seine Tätigkeit. Inzwischen wurden „Skoblewskij“ und zahlreiche andere Parteifunktionäre festgenommen. Als die „Rote Fahne“ Felix Neumann am 27. April 1924 als Spitzel bezeichnete, distanzierte er sich von der T-Gruppe und sagte umfassend und im wesentlichen wahrheitsgemäß über seine Aktivitäten aus. Im sogenannten „Tscheka-Prozess“, der als Auftakt einer Reihe politischer Prozesse geplant war, avancierte er zum Kronzeugen und wurde am 22. April 1925 zum Tode verurteilt, die Strafe dann in lebenslängliche Haft umgewandelt und mehrfach durch Amnestien gemildert (schließlich im Oktober 1930 ganz aufgehoben). Bereits 1928 fand der öffentlich inszenierte Übertritt Felix Neumanns zu den Nationalsozialisten statt, im Herbst 1928 floh er aus dem Zuchthaus – vermutlich unter Mithilfe von NS-Funktionären – und blieb bis zum Oktober 1930 illegal. Am 1. November 1930 offizielle Aufnahme in die NSDAP (Mitgliedsnr. 359649). Von 1930 bis 1933 ist Felix Neumann als Propagandist, Organisator und „begabter Redner mit großem fanatischen Einsatz“ für die NSDAP aufgetreten; im April 1933 Leiter einer NSDAP-Kreisgeschäftsstelle, aus der er 1934 wegen seiner Vergangenheit entlassen wurde. Danach zwei Jahre als Vertreter tätig, wurde er im November 1936 durch das Oberste Parteigericht der NSDAP rehabilitiert und erhielt eine Anstellung als hauptamtlicher Mitarbeiter in der „Deutschen Arbeitsfront“. Die chronologisch letzte Eintragung in der NSDAP-Kartei vermeldet 1943 den Umzug von Kattowitz nach Berlin. Das weitere Schicksal von Felix Neumann ist bis heute nicht geklärt.

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