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Name:Tomarkin, Samuel (1884 – 1937)
Biografie:Geboren am 27. Juli 1884 in Königsberg, Sohn eines jüdischen Buchhalters, seine Eltern waren 1870 aus Rußland nach Deutschland emigriert. Bildete sich durch Selbstunterricht und begann im Alter von 14 Jahren als Lehrling im Getreide-Kommissionskontor seines Onkels zu arbeiten, anschließend Angestellter in verschiedenen Getreidehandelsunternehmungen. 1909 Mitglied eines Kultur- und Bildungsvereins in Königsberg, nach Ausbruch des Krieges als „feindlicher Ausländer“ aus Königsberg verbannt, kam er nach Chemnitz. Arbeitete in der Zuschnittabteilung einer Trikotagenfabrik, später Zuschneider in einer Pelzfabrik, Pelzvermittler und Reisender. Tomarkin trat 1917 der USPD und 1919 der KPD bei. Bildete in Leipzig innerhalb der Jüdischen Gemeinde die Jüdische Arbeiter-Gemeinschaft und kandidierte 1925 für die Gemeindewahlen. Seit 1926 in Berlin, war er bis 1933 in sowjetischen Handelseinrichtungen in Deutschland beschäftigt. Im Juni 1933 emigrierte er mit seiner Frau Rosa in die Sowjetunion und arbeitete bis 1937 in der Handelsgesellschaft „Sojus Metimport“, zuletzt als Oberbuchhalter im Versandhandel in Moskau. Am 30. April 1937 vom NKWD verhaftet, kam Samuel Tomarkin am 14. September 1937 im Butyrka-Gefängnis in Moskau ums Leben. Das Verfahren gegen ihn wurde am 31. März 1956 von der Staatsanwaltschaft der UdSSR wegen unbewiesener Beschuldigung eingestellt. Die offizielle Bescheinigung seiner Rehabilitierung erhielt seine Tochter Hanna im Juli 1993. Seine Frau Rosa, geborene Landau (* 13. 2. 1897 in Tarnow), kam 1904 mit den Eltern nach Leipzig, besuchte die Höhere Mädchenschule und anschließend die Handelsabteilung der Schule für Frauenberufe in Leipzig. 1914 schloß sie sich dem Jüdischen Wanderbund „Blau Weiss“ an und ging 1917 zur USPD. 1919 heiratete sie Samuel Tomarkin. Bis zu ihren Umzug nach Berlin arbeitete sie in der Metallfabrik „Singewald“ in Rückmannsdorf. Ende der 20er Jahre Filmkleberin bei der sowjetisch-deutschen Filmverleihfirma „Prometheus“ Nach ihrer Ankunft in Moskau im Juni 1933 arbeitete sie ein Jahr in der Verbindungsabteilung OMS der Komintern. Anschließend Deutschlehrerin an einer Fachschule für Sprachen. Sie wurde am 30. April 1937 vom NKWD in Moskau verhaftet und zunächst wegen „konterrevolutionärer-trotzkistischer Tätigkeit“ zu acht Jahren Lager verurteilt. Sie kam in das Nord-Ost-Lager des NKWD und war im Sowchos „Elgen“ im Gebiet Magadan. Am 23. April 1938 erneut verhaftet und beschuldigt einer „antisowjetischen trotzkistischen Organisation“ im Sowchos „Elgen“ anzugehören. Am 11. Mai 1938 zum Tode verurteilt und zwischen dem 10. und 16. Juni 1938 erschossen. Im Mai 1956 wurden beide Urteile aufgehoben und Rosa Tomarkin rehabilitiert.

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