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Name:Aquila, Giulio (eigentl. Sas, Gyula (Julius) (1893 - 1943)
Biografie:Geboren am 16. Dezember 1893 in Jazbereny(Ungarn) als Julius Spitz, Sohn der deutsch-jüdischen Familie des Benjamin Spitz. Im Rahmen einer maygarophilen Bewegung in Ungarn legten sich später die drei Söhne Julius, Andreas und Stephan gemeinsam den ungarischen Nachnamen Sas (gesprochen Schosch) zu und wandelten auch ihre deutschen Vornamen ungarisch ab. Von 1916 bis 1918 diente Gyula Sas in der österreichischen Armee. Seit 1911 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Ungarn-Österreichs, trat er 1919 in die KP Ungarns über und gehörte während der Ungarischen Räterepublik dem Ökonomischen Rat von Eugen Varga an. Nach der Niederschlagung der Räterepublik flüchtete er im September 1919 nach Wien, später wirkte er im Auftrag der Komintern auch in Italien, wo er auch zeitweise Mitglied der KP Italiens war. Nach dem Mussolini-Putsch 1921 ausgewiesen, nahm er den Parteinamen Aquila an und schrieb für die Presse unter diesem Pseudonym. Er ging nach Berlin, wurde Mitglied der KPD und arbeitete hauptamtlich als "Parteiarbeiter" für die Komintern und die sowjetische Handelvertretung. Sas, der sich vor allem mit der italienischen Frage und mit Faschismusfragen befasste, publizierte mehrere Artikel und Broschüren. Mit Willi Münzenberg war er 1924 auch Berichterstatter "über die faschistische Bewegung" auf dem 5. Komintern-Kongress. Vor seiner Abkommandierung nach Moskau im Jahre 1929/30 war das Internationale Antifaschistische Komitee in Berlin seine letzte Arbeitsstätte. In Moskau arbeitete er als Referent für italienische Fragen bei der Komintern. 1931 kehrte er wieder nach Deutschland zurück und arbeitete in der außenpolitischen Redaktion der Roten Fahne. Aquila wurde im März 1933 verhaftet und im April als Staatenloser ausgewiesen. Er kehrte im Juni 1933 in die Sowjetunion zurück, nahm eine Arbeit im ZK der KPdSU (B) im Büro von Karl Radek auf und arbeitete auch im Institut von Eugen Varga (Institut für Weltwirtschaft). Am 17. Januar 1937 verhaftet, am 2. Oktober 1937 zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilt, starb Giulio Aquila er am 26. August 1943 in einem Lager im Fernen Osten bei der Stadt Swobodni (Amur). Am 4. August 1956 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert. Seine ersten Frau Etelka Sas, geborene Silberer * 21. 4. 1886 in Budapest, war ebenfalls Mitarbeiterin im Varga-Institut. Sie starb 1955 in Moskau. Beide hatten zwei Töchter, Agnes ( 1921 – 2001) und Vera ( 1919) die 1933 mit der Mutter in die Sowjetunion emigrierten und Schüler der „Karl-Liebknecht-Schule“ in Moskau wurden. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion meldete sich Agnes 1941 als Freiwilliger zur Roten Armee. Bis 1943 war sie hinter den feindlichen Linien eingesetzt. Später Maschinensetzerin in der 7. Druckerei für Fremdsprachen. Sie bemühte sich um die Freilassung und Rehabilitierung ihres Vaters, wurde im Februar 1943 wegen „Nichtbeachtung des Passgesetzes“ verhaftet. 1947 kehrte sie nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SED und arbeitete als Journalistin und Dolmetscherin. Aquilas zweite Ehefrau war Valentina Adler, sie hatte er 1924 geheiratet. 1898 in Wien als Tocher des berühmten Augenarztes, Internisten, Psychiater und Psychologen Alfred Adler (1870 - 1937) geboren. Valentina Adler studierte Nationalökonomie, promovierte zum Dr. der Ökonomie. Seit 1918 Mitglied der SPÖ, 1919 der KPÖ. Seit 1921 Mitglied der KPD, arbeitete sie im Berliner UB Zentrum. Im Januar 1934 emigrierte sie in die Sowjetunion, arbeitete in der Verlagsanstalt ausländischer Arbeiter. Anfang 1937 vom NKWD verhaftet, soll sie 1942 im Lager von Akmolinsk verstorben sein.

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