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Symbol:Blut
Kulturkreis:Christentum Sonstige
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Bedeutung:

Blut spielt in Ritualen eine größere Rolle als in der Symbolik, ist aber auch hier bedeutsam als Inbegriff des Lebens. Es wird oft von Stoffen vertreten, die seine Farbe wiedergeben, etwa von Ocker, um fortwirkendes Leben zu symbolisieren.

Runen wurden mit roter Farbe magisch belebt (alt-angelsächsisch teafor = Mennige, davon das Wort »Zauber«), um wirksam werden zu können, als ob sie bluterfüllt wären.

Blut gilt vielfach als das göttliche Lebenselement, das in den Menschenkörpern wirkt. Als solches war es in vielen Kulturen tabuiert und durfte nur nach besonderer Vorbereitung vergossen werden, etwa als Opferkult.

Im »Blut sitzt die Lebenskraft des Fleisches. Dieses Blut habe ich euch gegeben, damit ihr auf dem Altar für euer Leben die Sühne vollzieht, denn das Blut ist es, das für ein Leben sühnt. Deshalb habe ich zu den Israeliten gesagt: Niemand unter euch darf Blut genießen« (3. Buch Moses 17,11-12).

Immer wieder gilt das Blut als Träger magischer Kräfte und als alleinige Nahrung der Übernatürlichen und wird mit vielen irrationalen Anschauungen in Verbindung gebracht (vgl. Dracula). Worte wie »Blutschande, Blutrache, Blutsbrüderschaft, Blutstaufe« (des Märtyrers) zeigen dies ebenso wie umgangssprachliche Redewendungen (»Etwas liegt mir im Blut; Wiener Blut...; heißblütig sein; kaltes Blut bewahren; blutdürstig sein; blutbefleckte Hände« etc.).

Blut war nach der antiken Lehre von den Körpersäften und Temperamenten besonders der bestimmende Faktor in der Natur des »Sanguinikers« (sanguis – lat. Blut).

In Hitlers Diktion bedeutete Blut soviel wie »Rasse«, Erbgut, genetische Information, wenn er etwa von der »Anerkennung des Blutes, also der rassenmäßigen Grundlage im allgemeinen« schrieb (»Die verlorene Blutsreinheit allein zerstört das innere Glück für immer, senkt den Menschen auf ewig nieder«, in »Mein Kampf«).

Bei vielen alten Völkern wurde Opferblut auch von den Teilnehmern am Ritual getrunken, um sie in einen ekstatischen Zustand zu versetzen. Im Mithras- und im Kybele-Kult wurden die Gläubigen mit dem Blut geopferter Stiere übergossen, deren Lebenskraft sie sich aneignen sollten.

Menstruationsblut ist nach der antiken Zeugungstheorie eine der beiden Komponenten, aus welchen (zusammen mit Sperma) neues Leben entsteht. Dennoch gilt es bei vielen Völkern als »unrein« und mit negativer Kraft geladen, weshalb menstruierende Frauen oft von der Gemeinschaft abgesondert wurden.

Das »reine Blut« hingegen symbolisierte immer wieder ungebrochene Vitalität. Mittelalterlichen Sagen zufolge sollte es sogar die Kraft haben, den Aussatz (die Lepra) zu heilen, wenn ein Kranker darin badete.

Altchinesische Sagen erzählen von gemalten Drachen, die davonflogen, wenn ihre  Augen mit Blut nachgezeichnet wurden.

In der magischen Tradition des Abendlandes gilt das Blut als ein »besonderer Saft«, mit der ganz persönlichen Aura des Spenders durchtränkt, weshalb etwa Teufelspakte mit Blut unterschrieben oder besiegelt werden mußten.

Wenn hingegen in der Alchemie von »Blut« die Rede ist, so bezeichnet dies die flüssige (rötliche) Auflösung einer früher verfestigten Substanz.

In der christlichen Bilderwelt nimmt Christi Blut als eines der eucharistischen Sakramente eine zentrale Stellung ein (Fleisch und Blut – Brot und Wein), wobei symbolisch der mit Wasser vermischte Wein die Kirche bedeutet, die sich mit dem Wasser der Gläubigen untrennbar vereinigt und eine Einheit in Christo hervorbringt: Die Mitglieder der Kirche werden von der reinigenden und erlösenden Kraft des Heilandsblutes durchdrungen. Auf Kreuzigungsbildern fangen oft Engel dieses in Kelchen auf, welche ihrerseits mit dem sagenhaften Gral in Verbindung gebracht wurden.

Im Aztekenreich Altmexikos war Menschenblut das für die Stärkung der Sonne (die bei ihrem nächtlichen Weg durch die Unterwelt kraftlos geworden war) unerläßliche Mittel, das allein die kosmische Ordnung aufrechterhalten konnte. Daraus erklären sich die exzessiven Opferungen von Gefangenen, die im aztekischen Imperium den »Blumentod« sterben mußten.

Das »blaue Blut« Adeliger soll dadurch zu erklären sein, daß Angehörige höherer Stände keine sonnengebräunte Haut hatten und ihre Adern bläulich durch die vornehme Blässe schimmerten. Die Übersetzung des spanischen »sangre azul« ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch im deutschen Sprachraum üblich.

Beispiele: 
Quellen: 
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