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Symbol:Blitz
Kulturkreis:Antike Germanen Christentum
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Bedeutung:

Blitz. Die eindrucksvolle Entladung »himmlischer« Elektrizität, die Feuer und Vernichtung zur Erde bringt, ist in allen alten Kulturen Ausdruck und Symbol übernatürlicher Macht. Meist ist es der Himmelsgott oder Götterkönig, der mit Hilfe von Axt oder Hammer feindliche Geschöpfe auf Erden vernichtet oder unbotmäßige Menschen straft. Wegen des himmlischen Ursprungs spielt der Blitz auch als Symbol der überirdischen Erleuchtung eine Rolle.

In trockenen Gegenden, die von Gewitterregen abhängig waren, wurde der Blitz auch mit dem Fruchtbarmachen der Felder in Verbindung gebracht und als Symbol maskuliner Vitalität angesehen.

Bei den Etruskern war die Blitzschau (Brontoskopie) ein wichtiger Orakelbehelf; Blitze im Osten galten als günstig, Westblitze als ungünstig, nordöstliche als Optimum; nordwestliche waren Unglückszeichen. Diese Deutungsweise wurde von römischen Orakelpriestern übernommen.

Der Blitz war das Werk des Zeus Keraunos (lat.  Jupiter Fulgur), wie auch des slawischen Donnergottes Perun (lettisch Perkons, litauisch Perkunas) oder in älteren Epochen des orientalischen Hadad. Vom Blitzschlag getötete Menschen galten vielfach als von der Gottheit Gezeichnete und mußten an Ort und Stelle begraben werden.

In christlicher Zeit ist der Blitz in der symbolischen Bilderwelt Ausdruck von Gottes unmittelbarer Gegenwart (Offenbarung der Gebote am Berg Sinai) oder seines Strafgerichtes (am Jüngsten Tag). In der Emblematik der Renaissance wird der Blitz zum warnenden Zeichen der für den Menschen unerforschlichen Vorsehung (»Was hilft der Festung Bau, Umschanzung, Wall und Graben / Wann Gott von obenher mit Strahlen zündet an. Der Wächter Sorg und Fleiß geringen Nachdruck haben / Nur Gottes Sorg allein kann Unglück verhüten«, Hohberg 1675).

Bei den nordamerikanischen Indianern stammt der Blitz von übernatürlichen »Donnervögeln«, auch dort wird der Blitz meist mit der uns geläufigen Zickzack-Zeichnung wiedergegeben.

Bei den Azteken Mexikos war der Blitz durch den Gott Xolotl in Gestalt eines  Hundes repräsentiert, der zugleich Totenbegleiter war. Der Blitz spaltet die Erde und macht dadurch für Götter und Menschen den Weg in die Unterwelt frei.

Im alten Peru der Inkazeit wurden Blitz und Donner mit dem gemeinsamen Namen Illapa bezeichnet, und diesen Namen gaben die Indianer auch der Donnerbüchse der spanischen Eroberer. Blitz und Donner wurden nach Garcilaso de la Vega (1539-1616) jedoch nicht göttlich verehrt, sondern für Diener der heiligen Sonne gehalten, die nicht im Himmel, sondern in der Luftregion wohnen.

In der tiefenpsychologischen Symbolik wird der Blitz vorwiegend mit maskuliner Vitalität in Zusammenhang gebracht. Das von ihm entzündete »Feuer der Leidenschaft wie der Ideen-Ergriffenheit ist aber auch Flamme, in der man verbrennen kann... Der Feuerstrahl kann aus heiterem und verdunkeltem Himmel mächtig treffen« (E.Aeppli).

In vielen Kulturen wird der Blitz auch als eine vom Himmel herunterstoßende Schlange angesehen. In Altmexiko ist hier – neben dem erwähnten Hund Xolotl – die »Obsidianschlange« Itzcóatl zu nennen, in der altfinnischen Mythologie eine »bunte Schlange«. Von ihr wird erzählt, daß sie in die Meerestiefe fiel, wo sie der Lachs verschlang, und aus seinem Bauch holten die Menschen die glimmenden Funken des Himmelsfeuers.

Die alle Menschenkraft übersteigende Natur der himmlischen Götter wird durch den Mythus der griechischen Prinzessin Semele symbolisiert, in dem sich der Göttervater Zeus als zeugender Blitz manifestiert. »Als Zeus versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen, bat sie ihn, er möge einmal so als Werber zu ihr kommen, wie er zu Hera gekommen sei. Zeus konnte sein Wort nicht rückgängig machen, und er kam auf einem Wagen, mit Wetterleuchten und Donnerschlägen, in ihr Gemach, und er schleuderte den Blitz. Der erschreckten Semele schwanden die Sinne; sie brachte ein Sechsmonatskind zur Welt, das Zeus dem (von ihm entfachten) Feuer entriß und in seinen Schenkel einnähte« (Apollodoros' Bibliothek, 26 f.); das Kind war der Rauschgott Dionysos, den Zeus zum Schutz vor seiner eifersüchtigen Gattin Hera in einen jungen Bock verwandelte.

Beispiele: 
Quellen: 
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