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Symbol:Adam und Eva
Kulturkreis:Christentum
Bild:
zum Bild:Lucas Cranach d.Ä. - Sündenfall
Bedeutung:

Adam symbolisiert nach dem Bericht 1. Mose 1-4 den ersten Menschen und das Bild Gottes, den Gipfel der irdischen Schöpfung. Adam ist am meisten und am typischsten Mensch, auch in dem Sinne, daß er für die von ihm abstammende Linie verantwortlich ist. Er entspricht außerdem dem Bild Gottes als das Erscheinen des Geistes in der Schöpfung. Auf diese Weise hängen mit Adam die Phänomene des Gewissens, der Vernunft, der Freiheit, der Verantwortung, der Selbständigkeit zusammen.

Weil der nach dem Bilde Gottes Geschaffene sich mit Gott identifizieren (»wie Gott sein«) wollte, wurde er auch der Erste im Fall, mit allen Konsequenzen für die auf ihn Folgenden: Bild der Ursprungssünde, der Perversion des Geistes, des Mißbrauchs der Freiheit, der Verweigerung jeder Art von gehorsamer Bindung Gott gegenüber; und damit war der Weg in den Tod beschritten.

Abgesehen von den Szenen, die ihn mit Eva verbinden, ist Adam verhältnismäßig selten, aber immer künstlerisch sehr gelungen und eindrucksvoll in seiner bedeutsamen Rolle im Bereich der Schöpfung dargestellt.

Eva, nach dem biblischen Schöpfungsbericht (1. Mose 2, 18 ff.) während des Schlafes (Augustinus denkt diesen als eine Ekstase) Adams aus dessen Seite geschaffen, ist die erste Frau, zugleich die erste Ehefrau und die »Mutter der Lebenden« (hebr. chavväh). Sie symbolisiert zugleich das weibliche Element im Menschen, oder, nach einer Auslegung des Origenes, die Seele des Menschen, während der Geist männlich ist.

Die aus der Vereinigung beider entspringenden Söhne sind die gerechten Gedanken und die guten Taten.

Interessanterweise taucht die Darstellung der Erschaffung Evas, ebenso wie die der Erschaffung Adams, ihrer Vertreibung aus dem Paradies, ihres mühevollen Arbeitslebens und des Todes Abels, in der frühchristlichen Kunst bedeutend später, weniger häufig und weniger gelungen auf als das Bild des Sündenfalles, das sehr oft (über 110 mal) vorkommt, allerdings in den Einzelheiten durchaus variabel: auf Fresken, Sarkophagen, Goldgrundgläsern, Gemmen, Elfenbein- und Holzarbeiten. In der Regel sind die verschiedenen Stadien der Versuchung durch die Schlange zu einer einzigen Szene zusammengezogen.

Der Paradiesesbaum der Erkenntnis ist, je nach der landschaftlichen Herkunft der Künstler, als Apfelbaum, Feigenbaum, Kirschbaum, Weinstock (z. B. in Burgund) oder als ein Baum mit Fantasiefrüchten erkennbar.

Die Symbolbedeutung der biblischen Szene wird nicht vor dem 3. Jh. herausgearbeitet: Während die alttestamentlichen Gestalten Noah, Abraham, Jona, Daniel usw. an die mühevollen Wege zur Rettung der Seele erinnern, macht der Sündenfall die Leichtigkeit des Unterliegens in Versuchungen deutlich. Diese Symbolik war im Umkreis der christlichen Grabkunst möglich und naheliegend. Die übrigen Szenen der Paradiesesgeschichte wurden lediglich des Zusammenhangs wegen und ohne besonderen Symbolcharakter beigefügt.

Auf den Sündenfall folgt die Bestrafung. Gott (manchmal auch Christus) händigt Adam eine Ähre, Eva ein Lamm oder ein Tierfell aus, Symbole des Ackerbaus und des Spinnens.

Das Lamm weist zugleich auf den rettenden Fortgang der Heilsgeschichte im Lamm Gottes. Die Spindel wird, wie Apfel und Feigenblatt, zum häufigen Attribut Evas.

Eva weist über sich hinaus. Das von ihr verdunkelte Urbild der Weiblichkeit wird in Maria wiederhergestellt. Dieser Bezug Eva-Maria ist in der Theologie der Kirchenväter im Anklang an den biblischen Bezug Adam-Christus (Röm. 5,14; 1. Kor. 15, 45) breit entwickelt.

Die Legende hat außerdem die Schädelstätte Golgatha mit dem Ort des Begräbnisses Adams identifiziert. Der auf Kreuzigungsbildern auffallend häufig dargestellte Schädel am Fuß des Kreuzes ist also der Adams. Gelegentlich legt man die Rippe dazu, aus der Eva hervorging, oder bildet das gesamte  Skelett Adams ab (Tympanon 13. Jh., Mittelportal Münster Straßburg).

Auf einem Mosaik von Daphni / Attika wird der Schädel Adams vom Blut Jesu bespritzt. Der alte Adam wird durch das Blut des neuen Adam zum Leben erweckt, öffnet die Augen, faltet die Hände oder hebt die Arme oder fängt das Blut Christi in einem Kelch auf.

Gemäß dem apokryphen Nikodemusevangelium, dem Speculum des Vinzenz v. Beauvais und der Legenda aurea brach Christus nach seinem Begräbnis triumphal in das Totenreich (Limbus) ein und befreite Adam und Eva daraus.

Beispiele:

Bedeutende Schöpfungszyklen:

  • Adamspforte, um 1230, Dom Bamberg;
  • Jan van Eyck, 15. Jh., Flügelaltar Gent;
  • Albrecht Dürer, 1507, Prado Madrid
  • Dem Konsul Aureobindus zugeschriebenes Elfenbeindiptychon, 5. Jh., Louvre Paris;
  • Teppich v. Gerona, 11. Jh.;
  • Fresko 12. Jh., Ferentillo/Italien;
  • Mosaik 13. Jh., Vorhalle S. Marco, Venedig;
  • Genesisfenster 13. Jh., Ste. Chapelle, Paris;
  • Brüsseler Teppich 16. Jh., Accademia Florenz;
  • Sarkophage im Lateran, Rom, u. in Neapel
  • Reliefs 11. Jh., Bronzetüren Dom Hildesheim;
  • Portal 12. Jh., S. Zeno, Verona;
  • Elfenbein-Paliotto, um 1100, Dom Salerno;
  • Mosaiken 12. Jh., Cappella Palatina, Palermo, u. Dom Monreale;
  • Fresken 12. Jh., St. Savin, Poitou;
  • Mosaiken 13; Jh., Vorhalle S. Marco, Venedig, u. Baptisterium Florenz;
  • Archivolten 13. Jh., Nordportal Kath. Chartres;
  • Portale der Kathedralen von Reims, Laon, Bourges, 13. Jh.;
  • Fenster 13. Jh., Ste. Chapelle, Paris, Kath. Auxerre u. Tours, Oberkirche Assisi;
  • Reliefs 14. Jh. in den Portalen der Kathedralen von Auxerre, Rouen, Lyon, Orvieto, Freiburg/Br.;
  •  Andrea Pisano, Relief 14. Jh., Campanile Florenz;
  • Lor. Ghiberti, Bronzetüren Baptisterium Florenz;
  • Michelangelo, Deckenfresko 1508-1512, Cappella Sistina, Vatikan;
  • Raffael, Loggien 1516-1518, Vatikan;


Bedeutende Darstellungen des Sündenfalls:

  • Fresko 2. Jh., Kath. S. Gennaro, Neapel;
  • Fresko 3. Jh., Christliche Kapelle, Dura Europos/Syrien;
  • Junius-Bassus-Sarkophag, 4. Jh., Vatikanische Grotten;
  • Bronzetüren Dom Hildesheim, 11. Jh.;
  • Reliefs 12. Jh.: Fassade N. D.-la-Grande, Poitiers;
  • Fresko 12. Jh., St. Savin/Poitou;
  • später: 15. Jh.: Jacopo della Quercia, Relief Fassade S. Petronio, Bologna;
  • Paolo Uccello, Grüner Kreuzgang, S. Maria Novella, Florenz;
  • Michelangelo, Cappella Sistina, Vatikan;
  • Raffael, Loggien, Vatikan;
  • Tizian, Prado Madrid;
  • Lukas Cranach, Uffizien Florenz;
  • 17. Jh.: Rubens, Prado Madrid.
Quellen: 
Links: 


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