Symbol - Attribut - Allegorie - Emblem
Ornamentik | Kochzitate | Weinrausch | Sketchup | Peter Eckardt

________

Symbol - Attribut - Allegorie - Emblem

Hier können Sie Symbole suchen, finden und eintragen!

Bitte recherchieren Sie vor Ihrem Eintrag, ob das Symbol
nicht schon vorhanden ist! Sollten Sie weitere
Bedeutungsaspekte und / oder Beispiele ergänzen wollen
schicken Sie mir bitte eine Email.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

zur Homepage

Email

NEU: Volltext-Suche



Umlaute bei der Suche bitte umwandeln!

 Alles  Neu  Suchen  Auswahl  Detail 

Symbol:Altar
Kulturkreis:Ägypten Antike Judentum Christentum
Bild:
zum Bild:Altar der Johanniter-Ordenskirche Nieder-Weisel / Butzbach
Bedeutung:

Ein Altar (griechisch βωμός, lateinisch ara, in christlichem Latein altare = Aufsatz auf dem Opfertisch) ist eine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheit(en). Das Wort ara wurde früher zumeist von alta ara (hochgelegene Opferstätte) abgeleitet, neueren Deutungen zufolge auch von adolare (verbrennen) bzw. von arare (trocken, verbrannt sein): eine Feuerstätte zur Verbrennung der Opfer. Der hebräische Begriff mizbeach bedeutet „die Schlachtstätte“.

Der älteste Altar ist der Plattenaltar: eine relativ ebene, im Umriss unregelmäßige Steinplatte, die im Heiligtum auf dem Boden lag oder in den Boden eingelassen war. In der Folge entwickelten sich Bankaltäre, die in einem Gebäude oder einer artifiziellen Höhle umlaufen (Wandaltäre) oder wie bei maltesischen Tempeln Teil der Exedra sind. Mitunter sind sie, sofern auch Flüssigkeiten geopfert wurden, mit Bothroi (Opferlöchern) versehen. Aber bereits in der Tempelkultur auf Malta wurden monolithische Tischaltäre errichtet. Ihre Formen variieren und ihre genauen Bestimmungen führten später von Religion zu Religion zu immer anderen Mustern. So gibt es Brand- und Feueraltäre oder Altarberge.

Die Größe mancher antiker Altäre (beispielsweise 198 × 23 m in Syrakus) wurde später kaum mehr erreicht. Von christlichen Altären unterscheidet sie auch die Aufstellung im Freien, die die Durchführung größerer Brandopfer ermöglichte. Bekannt ist der reliefgeschmückte Pergamonaltar (2. Jh. v. Chr.), dessen Grundfläche ca. 36 × 34 m maß. Die Teilrekonstruktion des Altars befindet sich im Pergamonmuseum in Berlin.

Im etruskisch-römischen Totenbrauchtum wurden den Verstorbenen bzw. ihren Manen (persönliche Totengötter) Gedenkaltäre (Cippi) errichtet, meist mit einer ehrenden Inschrift, von denen viele Tausende erhalten geblieben sind. In der Umgebung bedeutenderer Städte des römischen Reichs säumten Grabmäler und -altäre die Ausfallstraßen.

Im christlichen Bereich wird der Altar in Anlehnung an den Tisch des letzten Abendmahles, das Jesus Christus am Abend seiner Gefangennahme, gleichzeitig dem Tag vor seinem Leiden und Sterben, einnahm, auch als mensa domini (Tisch des Herrn) bezeichnet.

Der griechischen Bezeichnung für den Tisch des Herrn (1 Kor 10,21 EU), der in der alten Kirche für die Feier der Eucharistie im christlichen Gottesdienst Verwendung fand, entspricht das lateinische mensa domini.

Bis ins 4. Jahrhundert hinein war es in Rom üblich, diesen Tisch erst vor dem Gottesdienst bzw. zu Beginn der eigentlichen Eucharistiefeier von den Diakonen hereintragen und aufstellen zu lassen. Der Tisch wurde allerdings an einem erhöhten Ort, in Basiliken am Vorderrand der Apsis oder auch mitten im Kirchenschiff aufgestellt.

Die Errichtung feststehender Altäre im 4 und 5. Jahrhundert brachte deren Fertigung aus Stein mit sich. Zunächst blieb die Form eines Tisches erhalten, im 7. und 8. Jahrhundert glich der Altar hingegen immer mehr einem Kubus oder Block, in Anlehnung an den Felsen, auf den Christus seine Kirche erbaut hat (1 Kor 10 4) bzw. den Eckstein, zu dem Christus selbst geworden ist (1 Petr 2,6-8 EU).

Die im 2. bis 3. Jahrhundert einsetzende Verehrung der Märtyrer nahm ebenfalls Einfluss auf die Altargestaltung. Zunächst wurde es üblich, über dem Grab eines Märtyrers oder einer Märtyrin bzw. in dessen unmittelbarer Nähe die Eucharistie zu feiern. Später begann man damit, über diesen Gräbern Gedächtniskirchen – sogenannte Martyrien – und Altäre zu errichten. Da es nicht überall solche Märtyrergräber gab, ging man dazu über, Reliquien unter der Sockel des Altares bzw. der Altarplatte beizusetzen. Dieser Brauch führte schließlich zu der Vorschrift, in die Altarplatte (Mensa) jedes Altares eine eigene (Teil-)Reliquie einzumauern. In der Renaissance hatten daher Altäre die Form eines Sarkophages.

Noch vor der Errichtung steinerner Altäre wurde der Ort des Altars, der Altarraum, mancherorts durch Schranken vom Kirchenschiff abgegrenzt. Meist schloss dieser Altarraum auch den Platz des Kantors, die Kathedra des Bischofs und die Sedilien (Sitze der Priester und Presbyter) ein. Aus den Chorschranken, die in der alten Kirche aus Holz bzw. Steinsäulen bestanden, an denen Bilder oder bebilderte Stoffbehänge befestigt werden konnten, entwickelte sich in der Ostkirche die Ikonostase, in der Lateinischen Kirche der Lettner, aus diesem wiederum im Barock die Kommunionbank.

Der Standort des Priesters am Altar war in den ersten Jahrhunderten noch variabel: Bei der Gebetsrichtung "versus Deum" stand er vor dem Altar, also mit dem Rücken zur Gemeinde, dagegen bei der Haltung "versus populum" hinter dem Altar, mit Blick zur Gemeinde. Im Mittelalter setzte sich bis auf lokale Ausnahmen (z.B. in Rom) der Standort des Priesters vor dem Altar durch.

Als Folge dieser Entwicklungen verlagerte sich der Standort des Hauptaltares immer weiter an die Wand der Apsis, der Altar wurde zum Hochaltar, zuweilen auch als Choraltar bezeichnet. Der Altar stand nun nicht mehr frei im Raum und wurde so vielfach mit Aufbauten - Reliefs oder Altarbildern, sogenannten Retabeln – an der Rückseite versehen. So entstanden die künstlerisch reich gestalteten Retabel- und Flügelaltäre der Gotik und des Barock. An der Vorderseite des Altares konnte eine Schmucktafel, das Antependium, angebracht sein.

Da der Hauptaltar nun weiter vom Platz der mitfeiernden Gläubigen entfernt war, gab es öfters einen weiteren Altar zwischen Hauptschiff und Chor, der dem heiligen Kreuz geweiht war und der als Kreuzaltar, Laienaltar, Messaltar, Volks- oder Gemeindealtar bezeichnet.

Insbesondere mittelalterliche Kirchen weisen neben dem Hauptaltar eine Vielzahl von Nebenaltären auf, abhängig von Größe, Bedeutung und Reichtum der Kirche. Viele berühmte Reliquien machten die Bedeutung einer Ortskirche aus. Die Menge der Reliquien wurde zunehmend in mehreren Altären geborgen, die räumlich voneinander abgegrenzt waren und als eigenständiges Heiligtum galten, welches durch eine Messfeier geehrt werden musste. Dadurch vervielfachte sich die Zahl der Messfeiern in einer Kirche, die durch Mönchspriester oder Altaristen zelebriert wurden. So wurde täglich an mehreren Altären zur gleichen Zeit die Heilige Messe in Form einer Privatmesse (das heißt nur mit einem Messdiener als Assistenz) gehalten. Die Entwicklung der Messstipendien im Mittelalter war ein weiterer Faktor zur häufigen Zelebration in einer Kirche.

:::::

  • konkreteste Verkörperung einer heiligen Stätte
  • aus praktischen und rituellen Gründen erhöhter Standort
  • Zeichen des Sühnewillens und der Ehrfurcht
  • in der Antike Unterscheidung von eigentlichem Opferaltar (altare) vom kleiner Tisch (ara) für sakramentale Handlungen (oft im Totenkult)
  • im Christentum zunächst hölzerne Altäre in Tischform (mensa), seit dem 4. Jh. (Konstantin!) von massiven Steinaltären (tumba) ersetzt.
  • Altäre, in die Reliquien eingelassen waren, wurden analog als versiegelte Gruft (sepulcrum) verstanden.
  • der Altar stand in der Apsis und war nur über Stufen zu erreichen. Er wurde durch Schranken vom Kirchenraum, besonders den Laien abgetrennt (s.a. Chor).
  • Baldachine (ciborium, tabernaculum) bekrönen wichtige Altäre.
  • eine Steinwand (retabulum) hinter dem Altar dient - mit Bildwerken geschmückt - als Schauwand, Reliquienbehälter oder Schrein.
  • in der westlichen Kirche starke Tendenz zu Nebenaltären (Kapellenkranz, Nebenapsiden) seit der Spätromanik.
  • in lutherischen hat überkommene Formen beibehalten, aber nur einen Altar in der Kirche zugelassen. Die streng reformatorische Auffassung lässt lediglich einen Abendmahltisch zu.


In jedem Altar verbinden sich nach traditioneller, den Kirchenvätern verpflichteter theologischer Deutung drei tiefe Gehalte:

  1. Der Altar als der Tisch des Abendmahls, an dem er selbst das Priesteramt vollzieht. Damit verbunden ist die peronhafte Gegenwart Christi.
  2. Der Altar als Leib Christi, der vom Kreuz genommen ins Grab (sepulcrum) gelegt ist. Das weiße Alturtuch als Leichentuch; die 5 Kreuze, die zur Konsekration eingemeißelt werden, symbolisieren die 5 Wunder und sind darin die Quellen des heilbringenden Blutes Christi; die Stufen zum Altar verkörpern die Leiber der Märtyrer, die für Christus gelitten haben.
  3. Der Altar versinnbildlicht das Herz jedes Menschen, in dem das Feuer der göttlichen Liebe als ewige Flammen brennt und von dem die Gebete wie Weihrauch zum Himmel aufsteigen; die Altarstufen repräsentieren dabei nach Augustinus die Tugenden.


Darstellungen:

  • alttestamentlich: Stiftshütte, Budeslade, Tempel
  • neutestamentlich: Krippe bei der Geburt Christi mit dem tieferen Sinn der Inkarnation

Verweise:

  • Andreas Avellinus (erlitt Schlaganfall vor Altar)
  • Gregor d. Gr. (Gregorsmesse)
  • Thomas Beckett (wurde nach einer unzutreffenden Überlieferung auf den Stufen des Hochaltars der Kathedrale von Canterbury ermordet)
  • St. Alexander und St. Viktor (Zerstörer heidnischer Altäre)
Beispiele: 
Quellen:Wikipedia
Links:http://www.kunstzitate.de


powered in 0.04s by baseportal.de
Erstellen Sie Ihre eigene Web-Datenbank - kostenlos!