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Titel:Europa und Jugendschutz im Internet
Inhalt:"Kinder, die Tag für Tag auf vielfältige Weise den Medien ausgesetzt sind, werden durch Bilder der Gewalt und der Erniedrigung, wie sie in pornographischen Filmen gezeigt werden, bzw. durch Darstellung von Perversionen aller Art, in ihrer Entwicklung gefährdet.
Diese Angriffe auf die menschliche Würde wiegen umso schwerer, als sie ein besonders verletzbares Publikum treffen, nämlich Kinder. Die Gefahren wachsen mit der fortschreitenden Entwicklung der neuen Informationstechnologien.
Am stärksten gefährdet sind Kinder, die stundenlang allein vor dem Bildschirm sitzen. Den Medien völlig verfallen, ohne ausreichende Erziehung, nicht fähig, die Bilder zu entschlüsseln und die Botschaften zu analysieren, können diese Kinder Fiktion und Realität nicht mehr auseinanderhalten und verhalten sich auffällig; die bisweilen dramatische Gewalt, die von diesen Kindern ausgeht, schockiert uns zu Recht."

So leitet der Ausschuss für Kultur, Jugend, Bildung, Medien und Sport am 20.2.02 in seinem "Bericht über den Evaluierungsbericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament über die Anwendung der Empfehlung des Rates vom 24. September 1998 in Bezug auf den Jugendschutz und den Schutz der Menschenwürde" (so sind sie halt, die Eurokraten) die Bgründung zu seinem einstimmigen Entschliessungsantrag an das Europäische Parlament, mehr für den Jugendschutz zu tun.
Der Bericht (http://www2.europarl.eu.int/omk/OM-Europarl?L=DE&PROG=REPORT&PUBREF=-//EP//NONSGML+REPORT+A5-2002-0037+0+DOC+WORD+V0//DE&LEVEL=3&SAME_LEVEL=1&NAV=S) hält die Selbstkontrolle der audiovisuellen Industriezweige nicht für ausreichend und empfiehlt, nach schwedischem Vorbild Missbrauchsabteilungen bei den Internet-Diensteanbieter einrichten zu lassen, Hotline-Nummern für Beschwerden über illegale oder schädliche Inhalte einzurichten und Kampagnen zur Sensibilisierung der Verbraucher, insbesondere der Eltern über die Gefahren durchzuführen und Kinder und ihre Erziehungsberechtigten in der angemessenen Nutzung der audiovisuellen Medien zu unterweisen. "Medienkunde ist insbesondere in die Lehrpläne der Schulen aufzunehmen, damit Minderjährige lernen, bewusst mit Medienprodukten umzugehen."
Zusätzlich sollen technische Filter- und Kennzeichnungsverfahren sowie Verhaltenskodizes und Konzepte zur Selbstkontrolle der Diensteanbieter gefördert werden; der Bericht betont aber die rechtliche Verantwortlichkeit der Diensteanbieter. Als wirksamste Möglichkeit des Jugendschutzes wird die Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen der Internet-Industrie, den Regierungen und den nationalen und regionalen Behörden auch auf europäischer Ebenen angesehen.
Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, "die Regeln für die Einrichtung und Nutzung von Internet-"Chat rooms" zu überwachen, wenn diese die Menschenwürde der Jugendlichen zu verletzen drohen, und die Mittel zu kontrollieren, mit denen die Diensteanbieter dafür werben".
Dabei verliert der Bericht keineswegs das Fernsehen und die Videospiele aus dem Blickfeld, die ausdrücklich in die Empfehlungen einbezogen werden. Insgesamt ein Dokument moderner Problemlösung, lesenswertes dann, wenn man sich an die einer großen Verwaltung eigenartigen Sprache gewöhnt hat.

(copyright 2002 www.anwaltsbuero.com)
Rechtsvorschrift: 
Datum:14.4.02
Verfasser:Thomas Breitenbach
Fundstelle: 
e-mail:thomas@anwaltsbuero.com


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