In dieser Diplomarbeit sollen zwei spezifische Ziele erreicht
werden: Erstens die Quantifizierung des Energiesparpotentials von Biotreib- und
Biobrennstoffen wie auch von Biostrom (ohne Holzenergie!), gemessen am gesamten
Treibstoffverbrauch respektive am gesamten Stromverbrauch der Schweiz und
zweitens die Untersuchung und kritische Beurteilung der
technisch-wirtschaftlichen Betriebsoptimierung einer reellen Biogasanlage durch
die Möglichkeiten des Einbezugs von Solarwärme.
Einen quantitativen Trend der Energiesituation in der Schweiz bis ins Jahr 2025
darzulegen, scheint schwierig. Fördergelder für alternative Energiequellen,
Naturkatastrophen oder politische Konflikte beeinflussen das ganze System stark.
Als Beispiel werden hier die Hurrikans "Rita" und "Katrina"in Amerika im Herbst
des Jahres 2005 erwähnt, aufgrund dessen die Treibstoffpreise horrend anstiegen.
Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass bis ins Jahr 2025 in allen drei
Hauptverbrauchergruppen der Verbrauch an Erdöl um bis zu 33% abnimmt, während im
gleichen Zeitrahmen der Verbrauch an Elektrizität um bis zu 22% zunimmt. Der
gesamte Energieverbrauch wird wahrscheinlich um bis zu 10% abnehmen.
Das theoretisch-nachhaltige Biomassepotenzial zur energetischen Nutzung in der
Schweiz beträgt 330 PJ, was fast 38% des gesamten Energieverbrauches in der
Schweiz im Jahre 2004 ist. Da aus technischen und wirtschaftlichen
Gesichtspunkten Einschränkungen in der Nutzung des theoretisch-nachhaltigen
Biomassepotenzials gemacht werden muss, fällt das ökologisch sinnvolle Potenzial
mit rund 123 PJ um einiges kleiner aus. Bis ins Jahr 2040 wird dieses Potenzial
auch ökonomisch nutzbar sein, da bis dann die notwendige Infrastruktur vorhanden
sein sollte. Es ist zu beachten, dass diese Werte Energieinhalte der Biomasse
sind. Bei der Umwandlung in die gewünschte Nutzenergie fallen noch Verluste an.
Das ökologische Potenzial der landwirtschaftlichen und gewerblich-industriellen
Biogasanlagen für die Stromproduktion beträgt 1001-1587 GWhel pro Jahr, was
1.9-3% des heutigen Elektrizitätsverbrauch der Schweiz darstellt. Die dabei
entstehende Wärme würde 3.2-4.9% des Wärmebedarfs der schweizer Haushalte
decken. Würde das Biogas - anstatt in einem BHKW verbrannt - als Treibstoff
eingesetzt, könnte rund 1.7-5.1% des heutigen Benzinverbrauchs eingespart
werden. Oder anders ausgedrückt könnten 103'000-303'000 Personen während einem
Jahr mit Biotreibstoff ihre Mobilitätsbedürfnisse befriedigen.
Im zweiten Teil dieser Diplomarbeit wurde die Biogasanlage Brüschhalden von
Josef Ott energietechnisch untersucht und aus den daraus erhaltenen Erkenntnisse
Optimierungsmöglichkeiten ausgearbeitet. Die Idee einer Betriebsoptimierung
mittels solarer Wärme konnte nicht umgesetzt werden. Da in einer Biogasanlage
vor allem in den Sommermonaten schon übermässige Wärme vorhanden ist, macht der
Einsatz von solarer Wärme nur dann Sinn, wenn ein genügend grosser Wärmebedarf
wie z.B Trocknung von Früchten, Beheizung eines Quartiers, etc. vorhanden ist.
Anhand einer kritischen Beurteilung dieser Möglichkeiten wurde deren
Wirtschaftlichkeit untersucht. Schlussendlich können 4 von 6 Optimierungsmöglichkeiten wirtschaftlich umgesetzt werden.